Open Space, eine Methode der Großgruppenmoderation, macht seit einigen Jahren erfolgreich die Runde, und das sowohl in großen als auch in mittleren Organisationen.
Was ist das Besondere am Open Space? Was leistet Open Space und worauf gilt es zu achten? Großveranstaltungen sind notwendig und kosten viel Geld. In Zeiten wirtschaftlicher Anspannung wird oft der unverhältnismäßig hohe Aufwand im Vergleich zu den realen Ergebnissen kritisiert. Gleichwohl gibt es bislang trotz Intranet, E-Learning und virtuellen Projektstrukturen keinen Ersatz für reale Netzwerke, die durch persönlichen Austausch existieren. Glücklicherweise begegnet uns hier der Open Space — eine Möglichkeit, viele Menschen gleichzeitig und aktiv an Themen arbeiten und sich vernetzen zu lassen.
Open Space eignet sich hervorragend, große Gruppen von Beteiligten an Themen offen und für alle transparent diskutieren und Ideen sammeln zu lassen. Die Eigenbeteiligung steigt und führt verstärkt zur Identifikation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den bearbeiteten Themen und Ergebnissen
Stärken von Open Space
- Komplexe und flexible Themenbearbeitung
- Hohe Eigenbeteiligung auch großer Gruppen
- Intensiver und persönlicher Erfahrungsaustausch
- Raum für informelle Vernetzung
- Erfahrungswissen, Befürchtungen und Wünsche werden transparent und diskutierbar
Herausvorderung im Open Space
- Im Open Space der "reinen Lehre" entwickeln sich die Themen aus dem Plenum heraus. Diese inhaltliche Offenheit steht oft einer thematischen Zielausrichtung von Veranstalterseite entgegen.
- Durch die hohe Arbeitsdynamik wächst die Erwartungshaltung der Teilnehmenden, dass ihre Arbeitsergebnisse auch umgesetzt werden. Dieses gilt es schon vor der Großveranstaltung zu berücksichtigen und in einen Gesamtprozess einzubinden.
- Je größer die Gruppe und je mehr Zeit diese hat, komplexe Sachverhalte zu erörtern, desto komplexer wird auch das Material, dass es sinnvoll zu komprimieren gilt.
- Der große Spielraum innerhalb des Open Space erfordert eine hohe Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer und ein Mindestmaß an Teamfähigkeit.
- Wie so oft ist es nicht die Methode allein, die den Erfolg einer Großveranstaltung garantiert. Stabile Rahmenbedingungen und professionelle Moderation sind die Voraussetzungen für einen gelungenen Open Space.
- Im Open Space kommt den Räumlichkeiten, den Medien und den logistischen Möglichkeiten eine weitere entscheidende Rolle zu.
Empfehlungen für Open Space
- Es gilt, den inhaltlichen Freiraum der Themenbearbeitung mit rahmengebenden Moderationsabschnitten zu ergänzen. Phasen der Themendifferenzierung wechseln sich mit Phasen ab, in denen die Themeninhalte komprimiert werden.
- Das sinnvolle "Eindampfen" großer Informationsmengen setzt hohe Anforderungen an das Moderationsteam, das erfahren in Komplexitätsreduktion und gut aufeinander eingespielt sein muss.
- Für Gruppen von ca. 100 bis 600 Personen kann die Veranstaltung durch eine Moderationssoftware unterstützt werden. Ansonsten sind klassisches Moderationsmaterial und digitale Präsentationsmittel ausreichend.
- Um eine thematische Orientierung zu gewährleisten, lässt sich Open Space hervorragend mit Elementen zielgerichteter Methoden kombinieren.
